Bizepssehnenentzündung: Ursachen, Symptome und Behandlung

Stechende Schmerzen im vorderen Schulterbereich, die sich bei Überkopfbewegungen verstärken, ein unangenehmes Ziehen beim Heben oder Tragen, eine Bizepssehnenentzündung, medizinisch auch Bizepstendinitis oder Tendinitis der Bizepssehne genannt, kann den Alltag erheblich einschränken.
© Canva

Die Entzündung der Bizepssehne gehört zu den häufigsten Ursachen für Schulterschmerzen und betrifft besonders Menschen, die repetitive Überkopfbewegungen ausführen, sei es im Sport, im Beruf oder im Haushalt. 
Doch wie erkennt man eine Bizepssehnenentzündung? Welche Symptome sind typisch, welche Ursachen führen zur Entzündung und wie sieht eine erfolgreiche Therapie aus? In diesem Ratgeber erfahren Sie alles Wichtige über die Bizepssehnenentzündung: von der Anatomie und Funktion der Bizepssehne über Diagnose und konservative Behandlungsmöglichkeiten bis hin zu operativen Verfahren, Rehabilitation und Prävention. Wir vom Sanitätshaus begleiten Sie mit fundiertem Fachwissen und praktischen Tipps auf dem Weg zur Genesung.

Was ist eine Bizepssehnenentzündung und warum ist die Bizepssehne so anfällig?

Die Bizepssehnenentzündung ist eine schmerzhafte Entzündung der Sehne des Oberarmmuskels, des sogenannten Bizeps brachii. Dieser Muskel besteht aus zwei Köpfen: dem langen Kopf, Caput longum, und dem kurzen Kopf, Caput breve. Besonders die lange Bizepssehne, die durch eine enge Knochenrinne im Schultergelenk verläuft, ist anfällig für Überlastungen und Entzündungen. Diese anatomische Besonderheit macht die Sehne besonders verletzlich, da sie bei jeder Armbewegung mechanischer Reibung ausgesetzt ist.
 
Die Bizepssehne erfüllt wichtige Funktionen: Sie ermöglicht die Beugung des Ellenbogens, die Drehung des Unterarms nach außen, die sogenannte Supination, und trägt zur Stabilisierung des Schultergelenks bei. Gerade diese vielfältigen Aufgaben führen dazu, dass die Sehne im Alltag stark beansprucht wird. Kommt es zu repetitiven Bewegungen, etwa beim Tennis, Gewichtheben oder bei Überkopfarbeiten im Handwerk, kann sich die Sehne entzünden. Die Folge ist eine Bizepstendinitis, die unbehandelt chronisch werden und die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen kann.
 
Die Bizepssehnenentzündung tritt häufig nicht isoliert auf, sondern in Verbindung mit anderen Schulterproblemen wie dem Schultermpingement oder Schäden an der Rotatorenmanschette. Deshalb ist es wichtig, die Beschwerden frühzeitig ernst zu nehmen und gezielt zu behandeln. Mit der richtigen Therapie, die von Ruhigstellung über Physiotherapie bis hin zu unterstützenden Hilfsmitteln wie Bandagen reicht, lassen sich die Symptome in den meisten Fällen erfolgreich lindern.

 

Bizepssehnenentzündung: Symptome erkennen und richtig deuten

Wie erkennt man eine Entzündung der Bizepssehne? Die Symptome einer Bizepssehnenentzündung sind oft charakteristisch und lassen sich von anderen Schulterbeschwerden abgrenzen. Typisch ist ein Schmerz im vorderen Schulterbereich, der sich bei bestimmten Bewegungen verstärkt. Besonders Überkopfbewegungen, das Heben schwerer Gegenstände oder Drehbewegungen des Unterarms lösen die Beschwerden aus. Viele Betroffene berichten zudem von einem Druckschmerz direkt über der langen Bizepssehne, der sich beim Abtasten bemerkbar macht.
 
Die häufigsten Symptome einer Bizepssehnenentzündung im Überblick:
 
  • Schmerzen im vorderen Schulterbereich, die in den Oberarm ausstrahlen können,
  • Druckempfindlichkeit entlang der Bizepssehne,
  • Verstärkung der Schmerzen bei Beugung des Ellenbogens, Supination des Unterarms oder Überkopfbewegungen,
  • eingeschränkte Beweglichkeit der Schulter und des Arms,
  • Kraftverlust beim Heben oder Tragen sowie
  • in seltenen Fällen: Schnappgeräusche oder ein Instabilitätsgefühl der Sehne.

Die Beschwerden können schleichend beginnen und sich über Wochen oder Monate verstärken. Manche Patient*innen bemerken die Schmerzen zunächst nur bei intensiver Belastung, etwa beim Sport. Wird die Entzündung nicht behandelt, können die Symptome auch in Ruhephasen auftreten und den Schlaf beeinträchtigen. Besonders das Liegen auf der betroffenen Schulter wird dann als unangenehm empfunden.
 
Ein wichtiger Hinweis: Die Symptome einer Bizepssehnenentzündung ähneln denen anderer Schultererkrankungen. Deshalb ist eine genaue Diagnose durch Ärztinnen und Ärzte oder Orthopäd*innen unerlässlich. Spezielle klinische Tests wie der Speed-Test oder der Yergason-Test helfen dabei, die Entzündung der Bizepssehne von anderen Beschwerden zu unterscheiden. Ergänzend können bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder MRT eingesetzt werden, um Sehnenschäden, Entzündungen oder eine Tenosynovitis sichtbar zu machen.

 

Ursachen und Risikofaktoren: Warum entsteht eine Bizepssehnenentzündung?

Was führt zu einer Entzündung der Bizepssehne? Die Ursachen einer Bizepstendinitis sind vielfältig und oft ist es ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren, das zur Entzündung führt. An erster Stelle steht die Überlastung durch repetitive Bewegungen. Besonders Menschen, die beruflich oder sportlich häufig Überkopfbewegungen ausführen, sind gefährdet. Dazu gehören Handwerker*innen, die über Kopf arbeiten, ebenso wie Sportler*innen aus Disziplinen wie Tennis, Volleyball, Schwimmen oder Gewichtheben.
 
Die häufigsten Ursachen für eine Bizepssehnenentzündung:
 
  • Überlastung durch repetitive Bewegungen: Wiederholte Überkopfbewegungen, intensives Krafttraining oder einseitige Belastungen im Beruf können die Sehne reizen und zu einer Entzündung führen.
  • Degenerative Veränderungen der Sehne: Mit zunehmendem Alter verliert die Sehne an Elastizität und wird anfälliger für Verschleißerscheinungen. Kleine Risse oder Abnutzungen können eine Entzündungsreaktion auslösen.
  • Sekundäre Entzündungen durch Schulterpathologien: Häufig entsteht die Bizepssehnenentzündung nicht isoliert, sondern als Folge anderer Schulterprobleme. Dazu gehören das Impingement-Syndrom, bei dem Sehnen im Schultergelenk eingeklemmt werden, oder Schäden an der Rotatorenmanschette.
  • Muskuläre Dysbalancen und Muskelschwäche: Eine unzureichend trainierte Schultermuskulatur oder ein Ungleichgewicht zwischen verschiedenen Muskelgruppen kann die Belastung auf die Bizepssehne erhöhen.
  • Alter: Ab dem 40. Lebensjahr steigt das Risiko für degenerative Sehnenveränderungen deutlich an.
  • Plötzliche Belastungsspitzen: Ein ungewohntes intensives Training oder das Heben besonders schwerer Lasten kann die Sehne akut überlasten.
 
Wichtig zu wissen: Die lange Bizepssehne verläuft durch eine enge Knochenrinne im Schultergelenk, wo sie bei jeder Bewegung mechanischer Reibung ausgesetzt ist. Diese anatomische Gegebenheit macht sie besonders anfällig für Entzündungen. Auch eine distale Bizepssehnenentzündung, die den Ansatz der Sehne am Ellenbogen betrifft, ist möglich, kommt jedoch seltener vor als die Entzündung im Schulterbereich.
 
Wer die Risikofaktoren kennt, kann gezielt vorbeugen. Regelmäßige Kräftigung der Schultermuskulatur, ausgewogenes Training und die Vermeidung einseitiger Belastungen sind wichtige Maßnahmen zur Prävention. Unterstützend können auch Massagepistolen zur Lockerung der Muskulatur oder Faszienrollen für gezieltes Faszientraining eingesetzt werden.

Behandlung der Bizepssehnenentzündung: von konservativen Maßnahmen bis zur Operation

Was tun bei einer Bizepssehnenentzündung? Die gute Nachricht: In den meisten Fällen lässt sich die Entzündung der Bizepssehne erfolgreich konservativ behandeln. Eine Operation ist nur selten notwendig, nämlich dann, wenn die Sehne gerissen ist oder die Beschwerden trotz konsequenter Therapie nicht abklingen. Die Behandlung richtet sich immer nach der Schwere der Entzündung, der Dauer der Beschwerden und den individuellen Bedürfnissen der Patient*innen.
 
Konservative Therapie: die Basis der Behandlung
Die konservative Behandlung der Bizepssehnenentzündung verfolgt mehrere Ziele: Schmerzlinderung, Entzündungshemmung und Wiederherstellung der vollen Funktionsfähigkeit. Die folgenden Maßnahmen haben sich bewährt.
 
Ruhigstellung und Belastungsreduktion: In der akuten Phase ist es wichtig, die betroffene Schulter zu schonen und belastende Bewegungen zu vermeiden. Eine vollständige Ruhigstellung ist jedoch meist nicht nötig, vielmehr geht es um eine Anpassung der Aktivitäten. Schmerzhafte Überkopfbewegungen oder schweres Heben sollten zunächst vermieden werden.
 
Physiotherapie und gezielte Übungen: Die Physiotherapie spielt eine zentrale Rolle bei der Behandlung der Bizepssehnenentzündung. Speziell ausgebildete Therapeut*innen entwickeln ein individuelles Übungsprogramm, das auf die Dehnung der Schulter- und Brustmuskulatur, die Kräftigung der Rotatorenmanschette und die Stabilisierung des Schulterblatts abzielt. Nach Abklingen der akuten Entzündung folgt ein spezifisches Bizepstraining, um die Sehne schrittweise wieder zu belasten. Diese Übungen bei Bizepssehnenentzündung sind entscheidend für eine nachhaltige Genesung.
 
Schmerztherapie: Zur Linderung der Beschwerden kommen nichtsteroidale Antirheumatika, kurz NSAR, zum Einsatz. Diese wirken sowohl schmerzlindernd als auch entzündungshemmend. Ergänzend kann die lokale Kühlung mit Eis die Entzündung reduzieren. In hartnäckigen Fällen können Ärztinnen und Ärzte auch Kortisoninjektionen in Erwägung ziehen, die direkt an der entzündeten Sehne wirken.

Ergonomische Anpassungen: Im Alltag und am Arbeitsplatz sollten belastende Bewegungsmuster identifiziert und verändert werden. Dazu gehören die Optimierung der Arbeitsplatzhöhe, die Vermeidung von Überkopfarbeiten oder die Anpassung von Tragetechniken.
 
Wie lange dauert die Heilung? Die Dauer einer Bizepssehnenentzündung variiert stark. Bei konsequenter Schonung und Therapie können leichte Entzündungen innerhalb weniger Wochen abheilen. Chronische Verläufe oder ausgeprägte Entzündungen benötigen jedoch oft mehrere Monate. Geduld und Konsequenz in der Therapie sind hier entscheidend.
 
Operative Therapie: Wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichen
Eine Bizepssehnenentzündung Operation wird nur dann notwendig, wenn die konservative Behandlung über einen längeren Zeitraum keine Besserung bringt oder wenn die Sehne gerissen ist. Zwei Verfahren stehen dabei im Vordergrund.
 
  • Tenodese: Bei diesem Eingriff wird die lange Bizepssehne an einer anderen Stelle im Oberarmknochen befestigt. Dies entlastet die ursprünglich entzündete Region und stabilisiert die Sehne dauerhaft.
  • Tenotomie: Hierbei wird die lange Bizepssehne durchtrennt. Der Muskel kann weiterhin über die kurze Sehne arbeiten, sodass die Funktion des Arms weitgehend erhalten bleibt. Dieses Verfahren kommt vor allem bei älteren Patient*innen oder bei chronischen Entzündungen zum Einsatz.
 
Beide Verfahren haben gute Erfolgsaussichten. Die postoperative Nachsorge umfasst eine Phase der Ruhigstellung, gefolgt von einem strukturierten Rehabilitationsprogramm mit Physiotherapie. Die meisten Patient*innen können nach einigen Monaten wieder zu ihren gewohnten Aktivitäten zurückkehren.

 

Prävention und Alltag: So schützen Sie Ihre Bizepssehne

Vorbeugen ist besser als heilen, dieser Grundsatz gilt auch bei der Bizepstendinitis. Folgende Maßnahmen helfen, das Risiko einer Entzündung zu minimieren.
 
  • Kräftigung der Schulter- und Bizepsmuskulatur: Ein ausgewogenes Krafttraining, das alle Muskelgruppen der Schulter einbezieht, schützt die Sehnen vor Überlastung.
  • Schulterblattstabilität trainieren: Übungen zur Stabilisierung des Schulterblatts verbessern die Bewegungskontrolle und entlasten die Bizepssehne.
  • Technikoptimierung: Im Sport und bei beruflichen Tätigkeiten sollte auf eine saubere Bewegungsausführung geachtet werden. Falsche Techniken beim Gewichtheben oder bei Überkopfbewegungen erhöhen das Verletzungsrisiko.
  • Regelmäßige Dehnung und Mobilisation: Flexibilität der Schulter- und Brustmuskulatur reduziert Spannungen und fördert die Durchblutung.
  • Belastungsaufbau: Nach Trainingspausen oder bei neuen Sportarten sollte die Intensität langsam gesteigert werden, um Überlastungen zu vermeiden.

 

Alltag und Lebensführung mit Bizepssehnenentzündung

Auch im Alltag können Sie aktiv zur Heilung beitragen. Passen Sie Bewegungen an, um die Sehne zu entlasten: Vermeiden Sie schweres Heben über Kopf, nutzen Sie beide Arme beim Tragen und achten Sie auf eine schulterfreundliche Schlafposition. Am Arbeitsplatz können ergonomische Anpassungen wie höhenverstellbare Tische oder die Vermeidung von Überkopfarbeiten die Belastung reduzieren.
 
Sport und Training: Wann darf ich wieder aktiv werden?
Viele Betroffene fragen sich: Kann ich trotz Bizepssehnenentzündung trainieren? In der akuten Phase sollten Sie auf belastende Sportarten verzichten. Besonders riskant sind Tennis, Gewichtheben, Klettern und andere Überkopfsportarten. Nach Abklingen der akuten Beschwerden können Sie unter physiotherapeutischer Anleitung mit einem kontrollierten Belastungsaufbau beginnen. Geeignete Übungen zur Stabilisierung und Prävention bereiten die Sehne schrittweise auf höhere Belastungen vor. Wie lange Sie krankgeschrieben sind, hängt von Ihrem Beruf und der Schwere der Entzündung ab, Ärztinnen und Ärzte entscheiden dies individuell.

Fazit: Bizepssehnenentzündung erfolgreich bewältigen

Eine Bizepssehnenentzündung kann schmerzhaft sein und den Alltag erheblich einschränken. Doch mit der richtigen Behandlung, konsequenter Therapie und gezielter Prävention lassen sich die Beschwerden in den meisten Fällen erfolgreich bewältigen. Entscheidend ist, die Symptome frühzeitig zu erkennen und nicht zu ignorieren. Je früher die Entzündung der Bizepssehne behandelt wird, desto besser sind die Heilungschancen und desto geringer ist das Risiko für chronische Verläufe oder Spätfolgen wie Sehneninstabilität oder Kraftverlust.
 
Wir als Sanitätshaus kennen die Beschwerden bei Bizepssehnenentzündung und anderen orthopädischen Erkrankungen. Mit unserem umfassenden Fachwissen begleiten wir Betroffene auf dem Weg zur Genesung. In unseren Gesundheitshäusern beraten Sie unsere Expert*innen individuell zu geeigneten medizinischen Hilfsmitteln wie stabilisierenden Bandagen oder Produkten zur Regeneration. Auch am Servicetelefon stehen wir Ihnen mit Rat und Tat zur Seite.
 
Eine Bizepssehnenentzündung geht nicht immer von alleine weg, doch mit der richtigen Therapie, Geduld und professioneller Unterstützung können Sie die Entzündung erfolgreich überwinden. Wir stehen Ihnen als kompetenter Partner zur Seite!

Häufig gestellte Fragen zur Bizepssehnenentzündung

Sie haben Fragen zur Bizepssehnenentzündung? Wir haben die Antworten auf die häufigsten Anliegen hier für Sie zusammengefasst. 
 
Was ist eine Bizepssehnenentzündung?
Eine Bizepssehnenentzündung, auch Bizepstendinitis oder Tendinitis der Bizepssehne genannt, ist eine schmerzhafte Entzündung der Sehne des Oberarmmuskels. Besonders betroffen ist meist die lange Bizepssehne, die durch eine enge Knochenrinne im Schultergelenk verläuft und dort mechanischer Reibung ausgesetzt ist.
 
Wie erkenne ich eine Entzündung der Bizepssehne?
Typische Symptome sind Schmerzen im vorderen Schulterbereich, die sich bei Überkopfbewegungen, beim Heben oder bei Drehbewegungen des Unterarms verstärken. Oft besteht auch ein Druckschmerz direkt über der Bizepssehne. Viele Betroffene berichten zudem von Kraftverlust und eingeschränkter Beweglichkeit.
 
Welche Bewegungen verschlimmern die Schmerzen?
Besonders belastend sind Überkopfbewegungen, das Heben schwerer Gegenstände, die Beugung des Ellenbogens gegen Widerstand und die Drehung des Unterarms nach außen. Auch das Liegen auf der betroffenen Schulter kann schmerzhaft sein.
 
Muss eine Bizepssehnenentzündung operiert werden?
Nein, in den meisten Fällen nicht. Die Mehrzahl der Bizepssehnenentzündungen lässt sich erfolgreich konservativ behandeln durch Ruhigstellung, Physiotherapie, Schmerzmedikation und ergonomische Anpassungen. Eine Operation wird nur bei Sehnenrissen oder bei chronischen Beschwerden notwendig, die trotz konsequenter konservativer Therapie nicht abklingen.
 
Wie lange dauert die Heilung?
Die Dauer einer Bizepssehnenentzündung variiert stark. Bei konsequenter Schonung und Therapie können leichte Entzündungen innerhalb weniger Wochen abheilen. Chronische oder ausgeprägte Entzündungen benötigen jedoch oft mehrere Monate. Geduld und Konsequenz in der Therapie sind entscheidend für den Heilungserfolg.
 
Welche Physiotherapie-Übungen helfen?
Bewährt haben sich Übungen zur Dehnung der Schulter- und Brustmuskulatur, zur Kräftigung der Rotatorenmanschette und zur Stabilisierung des Schulterblatts. Nach Abklingen der akuten Entzündung folgt ein spezifisches Bizepstraining mit schrittweiser Belastungssteigerung. Ein individuelles Übungsprogramm sollte immer mit Physiotherapeut*innen abgestimmt werden.
 
Welche Sportarten sind besonders riskant?
Sportarten mit häufigen Überkopfbewegungen oder intensiver Armbelastung erhöhen das Risiko für eine Bizepssehnenentzündung. Dazu gehören Tennis, Volleyball, Schwimmen, Gewichtheben, Klettern und Wurfsportarten. Auch bei handwerklichen Tätigkeiten mit Überkopfarbeiten ist Vorsicht geboten.
 
Wie kann ich einer Entzündung vorbeugen?
Regelmäßige Kräftigung der Schulter- und Bizepsmuskulatur, Training der Schulterblattstabilität, saubere Bewegungstechnik im Sport und Beruf sowie ausreichende Dehnung und Mobilisation schützen die Sehne vor Überlastung. Wichtig ist auch ein langsamer Belastungsaufbau nach Trainingspausen.
 
Was passiert, wenn die Entzündung chronisch wird?
Unbehandelte oder chronische Bizepssehnenentzündungen können zu dauerhaften Schmerzen, Sehneninstabilität, Kraftverlust im Arm und eingeschränkter Beweglichkeit führen. In seltenen Fällen kann die geschwächte Sehne auch reißen. Deshalb ist eine frühzeitige und konsequente Behandlung wichtig.
 
Kann die Sehne reißen?
Ja, bei chronischer Entzündung oder plötzlicher starker Überlastung kann die Bizepssehne reißen. Dies äußert sich durch einen plötzlichen stechenden Schmerz, oft begleitet von einem hörbaren Knall. Der Muskelbauch des Bizeps rutscht dann nach unten und bildet eine sichtbare Beule am Oberarm. Ein Sehnenriss erfordert meist eine operative Behandlung.
 

Ratgeber

Meistgelesen